Addyi ist in den USA verschreibungspflichtig. Zulassungsstatus und lokale Verfügbarkeit müssen vor einer Anwendung geprüft werden.
| Arzneimittelname: | Addyi |
| Wirkstoff: | Flibanserin |
| Stärke: | 100 mg |
| FDA-Indikation: | Erworbene generalisierte HSDD bei Frauen unter 65 Jahren |
| Übliche Einnahme: | Einmal täglich vor dem Schlafengehen |
| Apotheke: | Lokalen Status und Abgabebedingungen bei medizinischem Fachpersonal bestätigen lassen |
Wofür wird Addyi eingesetzt?
Addyi (Flibanserin) ist ein nicht hormonelles Arzneimittel, das in den USA zur Behandlung der hypoaktiven sexuellen Luststörung (HSDD) bei Frauen unter 65 Jahren zugelassen ist, wenn die Störung erworben und generalisiert ist und deutlichen Leidensdruck oder zwischenmenschliche Schwierigkeiten verursacht.
Die verminderte Lust darf nicht besser durch eine körperliche oder psychische Erkrankung, Beziehungsprobleme, ein Arzneimittel oder eine andere Substanz erklärt werden. Addyi ist nicht zur allgemeinen Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit bestimmt.
Was bedeutet erworbene generalisierte HSDD?
„Erworben“ bedeutet, dass die Beschwerden erst nach einer Phase mit zuvor zufriedenstellender sexueller Lust entstanden sind. „Generalisiert“ bedeutet, dass sie nicht nur bei einem bestimmten Partner, in einer bestimmten Situation oder bei einer bestimmten Form sexueller Aktivität auftreten.
Vor einer Verordnung sollten andere mögliche Ursachen wie Depression, Medikamente, Schmerzen, hormonelle Veränderungen, Erschöpfung, Beziehungsprobleme oder andere Erkrankungen berücksichtigt werden.
Wie wirkt Flibanserin?
Der genaue klinische Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt. Flibanserin beeinflusst mehrere zentrale Neurotransmittersysteme, darunter serotonerge, dopaminerge und noradrenerge Signalwege, die an der Regulation sexueller Lust beteiligt sind.
Es wirkt nicht wie Sildenafil und sollte nicht als „Viagra für Frauen“ bezeichnet werden. Die Wirkung entwickelt sich schrittweise und beruht nicht auf einer sofortigen Steigerung der genitalen Durchblutung.
Dosierung und Behandlungsdauer
Addyi 100 mg wird einmal täglich vor dem Schlafengehen eingenommen. Dadurch lässt sich das Risiko von Hypotonie, Synkope, Schläfrigkeit und Unfällen durch eingeschränkte Aufmerksamkeit verringern.
Die Dosis darf nicht erhöht werden. Wird eine Einnahme vergessen, wird erst am nächsten Abend die reguläre Dosis genommen.
Wenn sich die HSDD-Symptome nach acht Wochen nicht gebessert haben, soll die Behandlung nach FDA-Empfehlung beendet und die klinische Situation neu bewertet werden.
Häufige Nebenwirkungen
Zu den häufigen Nebenwirkungen von Addyi gehören Schwindel, Schläfrigkeit, Übelkeit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Mundtrockenheit. Auch eine verminderte Aufmerksamkeit kann auftreten.
Autofahren und andere Tätigkeiten, die volle Aufmerksamkeit erfordern, sollten mindestens sechs Stunden nach der Einnahme und bis zum sicheren Kennen der individuellen Wirkung vermieden werden.
Niedriger Blutdruck und Ohnmacht
Eine Hypotonie unter Addyi kann deutlich ausgeprägt sein und zu einer Synkope führen. Das Risiko steigt insbesondere bei Alkohol in zeitlicher Nähe zur Einnahme, bei bestimmten CYP3A4-Hemmern und bei Leberfunktionsstörungen.
Bei starkem Schwindel oder drohender Ohnmacht sollte man sich sofort hinlegen. Anhaltende oder zunehmende Beschwerden erfordern eine rasche medizinische Abklärung.
Alkohol: aktuelle Sicherheitsregeln
Die aktuelle Fachinformation verlangt keinen vollständigen Alkoholverzicht während der gesamten Behandlung. Alkohol zu nah an der Einnahme erhöht jedoch das Risiko für schwere Hypotonie und Synkope.
- Nach ein oder zwei Standardgetränken mindestens zwei Stunden bis zur abendlichen Dosis warten.
- Nach drei oder mehr Standardgetränken am selben Abend die Addyi-Dosis auslassen.
- Nach der Einnahme vor dem Schlafengehen bis zum folgenden Tag keinen Alkohol trinken.
Wichtige Arzneimittelwechselwirkungen
Die Wechselwirkungen mit Addyi müssen vor Therapiebeginn geprüft werden. Moderate oder starke CYP3A4-Hemmer sind kontraindiziert, da sie die Flibanserin-Exposition deutlich erhöhen und schwere Hypotonie oder Synkope begünstigen können.
CYP3A4-Induktoren können die Konzentration dagegen stark senken und werden in der Regel nicht empfohlen. Auch andere Arzneimittel können die Flibanserin-Exposition verändern.
Ärztliches und pharmazeutisches Fachpersonal sollte deshalb alle Arzneimittel, pflanzlichen Produkte und Nahrungsergänzungsmittel kennen.
Leberfunktionsstörung
Addyi ist bei jeder Form einer Leberfunktionsstörung kontraindiziert. Eine eingeschränkte Leberfunktion kann die Flibanserin-Konzentration deutlich erhöhen und damit das Risiko von Hypotonie, Synkope und zentralnervöser Dämpfung steigern.
Schwangerschaft und Stillzeit
Für die Schwangerschaft liegen nicht genügend Daten vor, um das Risiko genau zu bestimmen. Schwangerschaft oder Kinderwunsch sollten daher mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Während der Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen, da mögliche Risiken für das Kind nicht ausreichend charakterisiert sind.
Was Addyi nicht verspricht
Addyi ist kein Bedarfsmedikament vor sexuellem Kontakt, stellt sexuelle Lust nicht automatisch wieder her und garantiert keine deutliche Veränderung des Sexuallebens. Der mittlere Nutzen in klinischen Studien ist begrenzt und individuell unterschiedlich.
Ob die Therapie fortgeführt wird, sollte deshalb vom tatsächlich wahrgenommenen Nutzen, den Nebenwirkungen und der ärztlichen Neubewertung abhängen.
Häufige Fragen
Wirkt Addyi sofort?
Nein. Die Wirkung entwickelt sich schrittweise. Ohne Besserung nach acht Wochen soll die Behandlung beendet werden.
Ist Addyi „Viagra für Frauen“?
Nein. Flibanserin beeinflusst zentrale Signalwege der sexuellen Lust und wirkt nicht wie gefäßerweiternde Medikamente gegen erektile Dysfunktion.
Darf während der Behandlung Alkohol getrunken werden?
Ja, aber nicht in zeitlicher Nähe zur Einnahme. Die oben genannten Sicherheitsabstände müssen eingehalten werden.
Was tun, wenn sich nichts verbessert?
Nach acht Wochen ohne Verbesserung sollte die Behandlung beendet und die Ursache der Beschwerden erneut beurteilt werden.
Ist Addyi in Belgien erhältlich?
Diese Seite stellt Addyi nicht als nachweislich in Belgien verfügbares Arzneimittel dar. Zulassungsstatus und lokaler Zugang müssen bei zuständigen Stellen geprüft werden.
Diese Fassung wurde redaktionell und medizinisch aktualisiert und sollte vor der Veröffentlichung erneut durch die verantwortliche Apothekerin oder den verantwortlichen Apotheker geprüft werden.