Candidiasis: Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Was ist Candidose?

Candidose ist eine Pilzinfektion, die durch Hefen der Gattung Candida verursacht wird, vor allem durch Candida albicans. Diese Mikroorganismen gehören bei vielen Menschen zur natürlichen Besiedelung der Haut, des Mundraums, des Darms und der Schleimhäute im Genitalbereich.

Im Normalfall verursachen sie keine Beschwerden. Eine intakte Mikroflora und ein funktionierendes Immunsystem halten ihre Vermehrung in der Regel unter Kontrolle.

Unter bestimmten Bedingungen kann sich Candida jedoch stark vermehren. Aus einer harmlosen Besiedelung kann dann eine unangenehme und in manchen Fällen sogar schwere Infektion werden. Das kann zum Beispiel nach einer Antibiotikatherapie, bei geschwächter Immunabwehr, während der Schwangerschaft oder bei Diabetes passieren.

Candidose kann sehr unterschiedlich verlaufen: von einer oberflächlichen Infektion der Haut oder Schleimhäute bis zu einer schweren systemischen Erkrankung. Meist ist sie gut behandelbar, wiederkehrende oder chronische Verläufe können die Lebensqualität jedoch deutlich beeinträchtigen.

In Frankreich und Belgien gehört Candidose zu den häufigen Gründen für eine ärztliche Abklärung, etwa in der Gynäkologie, Dermatologie oder Allgemeinmedizin. Die Diagnose wird meist anhand der Beschwerden und des klinischen Befunds gestellt. Je nach Situation können Abstriche oder weitere Untersuchungen notwendig sein. Die Behandlung richtet sich nach Form, Lokalisation und Schweregrad.

Welche Formen der Candidose gibt es?

Candidose äußert sich nicht immer gleich. Je nachdem, welcher Körperbereich betroffen ist, unterscheiden sich Beschwerden und Schweregrad. In der medizinischen Praxis werden vor allem folgende Formen der Candidose unterschieden:

Vaginale bzw. vulvovaginale Candidose

Diese Form tritt bei Frauen besonders häufig auf. Typische Beschwerden sind:

  • starker Juckreiz im Bereich der Vulva,
  • dicker, weißlicher Vaginalausfluss, teilweise klumpig,
  • Brennen, vor allem beim Geschlechtsverkehr oder Wasserlassen,
  • Rötung oder Schwellung der Schleimhaut.

In den meisten Fällen ist eine vaginale Pilzinfektion unkompliziert. Häufige Rückfälle können den Alltag jedoch erheblich belasten. Schätzungsweise etwa 75 % der Frauen erleben mindestens einmal im Leben eine entsprechende Episode.

Von einer rezidivierenden vulvovaginalen Candidose spricht man bei vier oder mehr Episoden innerhalb von zwölf Monaten. Eine klassische Therapie besteht aus oralem Fluconazol (150 mg an den Tagen 1, 4 und 7), anschließend folgt eine wöchentliche Erhaltungstherapie über sechs Monate.

Seit 2022 steht mit Oteseconazol (Vivjoa) zudem ein neueres Antimykotikum zur Vorbeugung von Rückfällen zur Verfügung. Wegen des möglichen teratogenen Risikos ist es von der FDA nur für postmenopausale Frauen oder Frauen mit zuverlässiger Empfängnisverhütung zugelassen.

Orale Candidose (Mundsoor)

Mundsoor tritt besonders häufig auf bei:

  • Säuglingen,
  • älteren Menschen mit Zahnersatz,
  • Menschen unter Antibiotikatherapie oder mit geschwächter Immunabwehr.

Mögliche Beschwerden sind:

  • weiße Beläge auf Zunge, Gaumen oder Wangeninnenseiten,
  • Schmerzen oder Beschwerden beim Schlucken,
  • trockener Mund oder ein brennendes Gefühl.

Hautcandidose

Candida kann auch die Haut befallen, vor allem warme und feuchte Bereiche wie Leistenfalten, Achselhöhlen oder die Haut unter den Brüsten. Typische Beschwerden sind:

  • Rötungen mit klar begrenztem Rand,
  • kleine Risse oder oberflächliche Hautläsionen,
  • Juckreiz oder aufgeweichte, feuchte Haut.

Diese Form wird häufiger bei Menschen mit Adipositas, Diabetes oder längerer Bettlägerigkeit beobachtet.

Systemische oder invasive Candidose

Diese Form ist deutlich seltener, aber wesentlich gefährlicher. Betroffen sind vor allem Patienten:

  • auf Intensivstationen,
  • mit Krebserkrankungen unter Chemotherapie,
  • nach Organtransplantationen,
  • mit stark geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel bei unbehandeltem HIV.

Die Hefen gelangen in die Blutbahn und können Organe wie Nieren, Leber oder Herz befallen. Eine systemische Candidose erfordert eine sofortige stationäre Behandlung und eine intravenöse antimykotische Therapie.

Nach den aktuellen Empfehlungen (IDSA 2023, ESCMID 2024) werden als Erstlinientherapie Echinocandine eingesetzt:

  • Micafungin 100 mg täglich,
  • Anidulafungin 200 mg am ersten Tag, anschließend 100 mg täglich,
  • Caspofungin 70 mg am ersten Tag, anschließend 50 mg täglich.

Fluconazol gilt heute als Alternative und kommt nur bei klinisch stabilen Patienten infrage, wenn eine Empfindlichkeit des Erregers bestätigt wurde.

Candida auris

Candida auris wurde 2009 erstmals beschrieben. Die Hefespezies gilt als aufkommender Erreger, weil sie gegen mehrere Antimykotika resistent sein kann und Ausbrüche in Krankenhäusern verursachen kann.

Mit klassischen Labormethoden lässt sich Candida auris nicht immer zuverlässig erkennen. Außerdem kann der Erreger längere Zeit auf Oberflächen im medizinischen Umfeld überleben. Auch in Europa wurden Fälle gemeldet, darunter auf Intensivstationen.

Echinocandine sind häufig wirksam, dennoch ist eine konsequente Überwachung erforderlich. Gesundheitsbehörden wie CDC und INSPQ empfehlen eine frühzeitige Erkennung, Isolationsmaßnahmen und strenge Desinfektionsprotokolle.

Vergleich auf einen Blick

Form Typische Risikogruppe Leitsymptome
Vaginal Frauen, etwa nach Antibiotika oder während der Schwangerschaft Weißer Ausfluss, Juckreiz
Oral Säuglinge, ältere Menschen Weiße Beläge, Brennen im Mund
Kutan Menschen mit Diabetes oder Adipositas Rötungen in Hautfalten
Systemisch Immungeschwächte und hospitalisierte Patienten Fieber, Organfunktionsstörungen

Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der Form, dem Schweregrad, der betroffenen Körperregion und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Bei oberflächlichen Infektionen werden andere Arzneimittel eingesetzt als bei komplizierten Verläufen. Weitere Informationen zu den verfügbaren Optionen und zur ärztlichen Therapie finden Sie hier:

Antimykotika bei Candidose: Was Ärzte verschreiben und warum

Ursachen und Risikofaktoren der Candidose

Candidose entsteht meist dann, wenn das Gleichgewicht der natürlichen Mikroflora gestört ist oder die körpereigene Abwehr geschwächt wird. Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass sich Candida stärker vermehrt als gewöhnlich.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren, die in Frankreich und Belgien in der medizinischen Praxis eine Rolle spielen, gehören:

Breitbandantibiotika

Antibiotika wirken nicht nur gegen krankmachende Bakterien. Sie können auch Bakterien reduzieren, die zur schützenden natürlichen Flora gehören. Dadurch erhält Candida albicans bessere Wachstumsbedingungen. Besonders vaginale und orale Candidosen treten deshalb nicht selten nach längeren Antibiotikatherapien auf.

Geschwächte Immunabwehr

Ein geschwächtes Immunsystem kann das Wachstum von Pilzen schlechter kontrollieren. Ursachen können unter anderem sein:

  • chronische Erkrankungen wie HIV/AIDS oder Leukämien,
  • immunsuppressive Behandlungen wie Chemotherapie oder Kortikosteroide,
  • Organtransplantationen.

Eine systemische Candidose tritt fast immer in Verbindung mit einer schweren Immunsuppression auf.

Schlecht eingestellter Diabetes

Erhöhte Blutzuckerwerte schaffen günstige Bedingungen für Hefen, vor allem auf Schleimhäuten und der Haut. Menschen mit Diabetes leiden deshalb häufiger unter wiederkehrenden Formen der Candidose.

Hormonelle Veränderungen

Hormonelle Schwankungen können das Gleichgewicht der Vaginalflora beeinflussen:

  • während der Schwangerschaft, wenn die Glykogenbildung natürlicherweise zunimmt,
  • bei Anwendung hormoneller Verhütungsmittel,
  • während der Menopause.

Zu aggressive oder ungeeignete Intimhygiene

Häufiges Waschen sowie antibakterielle Intimgele oder Vaginalduschen können die natürliche Flora stören und dadurch das Risiko einer Candidose erhöhen.

Enge oder synthetische Kleidung

Nicht atmungsaktive oder sehr enge Unterwäsche hält Wärme und Feuchtigkeit zurück. Besonders im Sommer entsteht dadurch leichter ein Milieu, in dem sich Candida vermehren kann.

Weitere mögliche Faktoren

  • Chronischer Stress
  • Eine Ernährung mit vielen schnell verfügbaren Zuckern
  • Rauchen, insbesondere im Zusammenhang mit oraler Candidose
  • Langes Tragen schlecht gepflegter Zahnprothesen

Wichtig: Candidose ist keineswegs automatisch ein Zeichen mangelnder Hygiene. Häufiger steckt ein inneres Ungleichgewicht oder eine medizinische Behandlung dahinter. Wer den Auslöser erkennt, kann Rückfälle gezielter vermeiden.

Typische Symptome je nach Form der Candidose

Welche Beschwerden auftreten, hängt stark davon ab, wo sich die Infektion befindet. Manche Symptome sind für Candida recht typisch, andere ähneln Beschwerden bei bakteriellen Infektionen oder Hauterkrankungen.

Die häufigsten Symptome im Überblick:

Vaginale Candidose

Eine vaginale Pilzinfektion kann unter anderem folgende Beschwerden verursachen:

  • starken Juckreiz im Vulvabereich
  • Brennen, teilweise über längere Zeit
  • dicken, weißen Vaginalausfluss mit quarkartiger Konsistenz
  • Rötung und Schwellung der Vulva
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
  • Beschwerden beim Wasserlassen, ohne dass eine Harnwegsinfektion vorliegt

Die Beschwerden treten häufig einige Tage nach einer Antibiotikabehandlung oder in bestimmten Phasen des Hormonzyklus auf.

Orale Candidose (Mundsoor)

Mundsoor betrifft Mund und Rachen und kann sich äußern durch:

  • weiße Beläge auf Zunge, Wangeninnenseiten, Gaumen oder Rachen
  • eine schmerzhafte oder brennende Zunge
  • Schwierigkeiten beim Schlucken oder Sprechen
  • metallischen Geschmack oder Geschmacksverlust
  • Einrisse an den Mundwinkeln

Bei Säuglingen kann Mundsoor die Nahrungsaufnahme erschweren. Bei Erwachsenen mit stark geschwächter Immunabwehr kann sich die Infektion bis in die Speiseröhre ausbreiten.

Hautcandidose

Hautcandidose entsteht vor allem in warmen, feuchten Hautfalten:

  • rote, scharf begrenzte Hautstellen, teilweise mit hellerem oder weißlichem Rand
  • rissige oder nässende Läsionen
  • Juckreiz oder unangenehmes Hautgefühl
  • aufgeweichte Haut, besonders zwischen Fingern oder Zehen, unter den Brüsten oder in der Leiste

Bei Säuglingen kann Candida auch eine Windeldermatitis verursachen.

Systemische oder invasive Candidose

Hierbei handelt es sich um eine schwere Infektion, die häufig im Krankenhaus auftritt. Die Beschwerden sind weniger spezifisch, können aber Folgendes umfassen:

  • anhaltendes Fieber ohne erkennbare Ursache
  • Schüttelfrost und Nachtschweiß
  • Magen-Darm-Beschwerden und niedrigen Blutdruck
  • Beteiligung mehrerer Organe, zum Beispiel Nieren, Leber oder Herz
  • deutlich verschlechterten Allgemeinzustand

Diese Form erfordert eine sofortige stationäre Behandlung und weiterführende Untersuchungen, zum Beispiel Blutkulturen und Bildgebung.

Übersichtstabelle

Form Leitsymptome Häufig betroffene Gruppe
Vaginal Juckreiz, dicker Ausfluss, Brennen Frauen, etwa während der Schwangerschaft oder nach Antibiotika
Oral Weiße Beläge, Brennen, Schluckbeschwerden Säuglinge, ältere Menschen
Kutan Rötungen, Hautrisse, Juckreiz Menschen mit Diabetes oder Adipositas
Systemisch Fieber, schlechter Allgemeinzustand, Organfunktionsstörungen Immungeschwächte und hospitalisierte Patienten

Ist Candidose gefährlich?

Wiederkehrende Candidose

In den meisten Fällen verläuft Candidose unkompliziert. Tritt sie jedoch mehr als viermal pro Jahr auf, kann sie für Betroffene zu einer erheblichen Belastung werden. Wiederkehrende Beschwerden können Intimbereich und Alltag stark beeinträchtigen und auch psychisch belasten. Außerdem können sie auf eine zugrunde liegende Ursache hinweisen, etwa Diabetes, eine Störung des Immunsystems oder ein dauerhaftes Ungleichgewicht der mikrobiellen Flora. In solchen Fällen sind ärztliche Abklärung und vorbeugende Maßnahmen wichtig.

Risiken in der Schwangerschaft

Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft begünstigen die Vermehrung von Candida. Auch wenn vaginale Candidose meist unkompliziert verläuft, kann sie in der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt verbunden sein. Zudem kann der Erreger während der Geburt auf das Baby übertragen werden und beim Neugeborenen Mundsoor auslösen. Deshalb sollte eine geeignete, meist lokale Behandlung frühzeitig mit medizinischem Fachpersonal abgestimmt werden.

Sekundärinfektionen und Hautschäden

Bei Candidose der Haut oder Schleimhäute kann der Juckreiz sehr stark sein. Häufiges Kratzen oder Reiben schädigt die Haut und erleichtert Bakterien das Eindringen. Dadurch kann eine zusätzliche bakterielle Infektion entstehen, die eine Antibiotikatherapie erforderlich macht. Das Risiko ist bei älteren, bettlägerigen oder diabetischen Personen erhöht.

Systemische Candidose: ein medizinischer Notfall

Die schwerste Form ist die systemische Candidose, auch Candidämie genannt. Sie betrifft vor allem immungeschwächte Patienten, häufig während eines Krankenhausaufenthalts, nach einer Transplantation oder unter Chemotherapie. Candida gelangt dabei in die Blutbahn und kann lebenswichtige Organe wie Nieren, Leber, Herz oder Gehirn befallen. Das ist ein medizinischer Notfall, der eine sofortige stationäre Behandlung und intravenöse Antimykotika erfordert.

Nach den aktuellen internationalen Empfehlungen (IDSA 2023, ESCMID 2024) wird die Therapie mit einem Echinocandin begonnen, zum Beispiel:

  • Micafungin (100 mg täglich),
  • Anidulafungin (200 mg am ersten Tag, anschließend 100 mg täglich),
  • Caspofungin (70 mg am ersten Tag, anschließend 50 mg täglich).

Fluconazol sollte nur als orale Anschlussbehandlung (Step-down) bei klinisch stabilen Patienten eingesetzt werden, wenn nach 5 bis 7 Tagen initialer Therapie bestätigt wurde, dass der Candida-Stamm empfindlich ist.

Diflucan (Fluconazol): Behandlung von Pilzinfektionen

Wie wird Candidose diagnostiziert?

Die Diagnose der Candidose wird häufig anhand der Beschwerden und einer gezielten klinischen Untersuchung gestellt. Bei vaginalen, oralen und kutanen Formen kann ein Arzt die Infektion oft bereits am typischen Befund erkennen, ohne dass routinemäßig zusätzliche Untersuchungen notwendig sind.

Bei ungewöhnlichen Beschwerden, wiederkehrenden Infektionen oder unzureichendem Ansprechen auf die Therapie können weitere Tests sinnvoll sein, um Candida nachzuweisen oder andere Ursachen auszuschließen.

Bei ungewöhnlichem oder anhaltendem Vaginalausfluss kann ein lokaler Abstrich entnommen werden, zum Beispiel vaginal oder endozervikal. Das Material kann direkt mikroskopisch untersucht oder angezüchtet werden, um die beteiligte Candida-Art und ihre Empfindlichkeit gegenüber Antimykotika zu bestimmen.

Bei Mundsoor reicht häufig die Untersuchung des Mundraums durch einen Arzt oder Zahnarzt. Falls erforderlich, kann zusätzlich ein Abstrich genommen werden.

Bei Hautcandidose kann Material aus der betroffenen Hautstelle im Labor untersucht werden.

Bei Hochrisikopatienten, etwa immungeschwächten oder hospitalisierten Patienten, können weiterführende Untersuchungen notwendig sein. Dazu gehören Blutkulturen zum Nachweis einer Candidämie, bildgebende Verfahren und weitere spezielle Krankenhausdiagnostik.

In Frankreich und Belgien sind solche Untersuchungen über eine ärztliche Konsultation zugänglich. Je nach Test kann eine Verordnung erforderlich sein. Selbsttests aus der Apotheke, zum Beispiel bei Verdacht auf Vaginalpilz, können verfügbar sein, ersetzen bei unklaren Beschwerden aber keine ärztliche Abklärung.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Welche Therapie sinnvoll ist, hängt von der Form und Lokalisation der Infektion, ihrer Häufigkeit und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Schwangerschaft, Diabetes oder eine geschwächte Immunabwehr können die Behandlungswahl zusätzlich beeinflussen.

Bei milden vaginalen, oralen oder kutanen Formen werden häufig lokale Antimykotika eingesetzt, etwa als Creme, Gel, Vaginalzäpfchen oder Mundspülung. Sie wirken direkt an der betroffenen Stelle und werden meist gut vertragen. In Belgien sind einige Präparate rezeptfrei erhältlich. In Frankreich ist insbesondere für orale Behandlungen häufiger eine ärztliche Verordnung erforderlich.

Bei ausgedehnter oder wiederkehrender Candidose oder wenn lokale Behandlungen nicht ausreichend wirken, können orale Antimykotika wie Fluconazol (Diflucan) verschrieben werden. Sie wirken im gesamten Körper und können dadurch auch mehrere oder tiefer liegende Infektionsherde erreichen. Bei vaginaler Candidose wird häufig eine Einzeldosis von 150 mg verwendet; je nach Situation kann jedoch auch eine längere Therapie notwendig sein.

Schwere Formen wie systemische Candidosen müssen im Krankenhaus behandelt werden. Dabei kommen injizierbare oder intravenöse Antimykotika zum Einsatz, teilweise in Kombination, begleitet von einer engmaschigen medizinischen und labordiagnostischen Überwachung.

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie können einfache Maßnahmen sinnvoll sein: schonende Hygiene, Baumwollunterwäsche, weniger raffinierter Zucker, ein zurückhaltender Umgang mit reizenden Produkten und gegebenenfalls Probiotika zur Unterstützung der lokalen Flora.

Auch mögliche Grunderkrankungen sollten behandelt werden, zum Beispiel ein schlecht eingestellter Diabetes. In bestimmten Situationen kann außerdem eine Behandlung des Sexualpartners erwogen werden, insbesondere bei wiederkehrender genitaler Candidose.

Weitere Informationen zu medikamentösen, hygienischen und vorbeugenden Maßnahmen finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag:

Candidose behandeln: Medikamente, Hygiene und Vorbeugung →

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Candidose lässt sich häufig gut mit lokalen oder oralen Antimykotika behandeln. In bestimmten Situationen ist jedoch eine zeitnahe medizinische Abklärung sinnvoll, damit Komplikationen vermieden und die Behandlung korrekt angepasst werden können.

Ärztlichen Rat sollten Sie insbesondere in folgenden Situationen einholen:

  • Die Beschwerden treten zum ersten Mal auf und Sie sind nicht sicher, ob es sich um Candidose handelt,
  • nach einigen Tagen lokaler Behandlung tritt keine Besserung ein,
  • die Infektion kehrt wiederholt zurück, zum Beispiel ≥ 4 Episoden innerhalb von 12 Monaten,
  • Sie sind schwanger und vermuten eine Candidose — von Selbstmedikation wird abgeraten,
  • es treten Fieber, ungewöhnliche Schmerzen oder ein deutlich schlechter Allgemeinzustand auf,
  • Sie gehören zu einer Risikogruppe, etwa wegen Immunsuppression, schlecht eingestelltem Diabetes, Transplantation oder immunsuppressiver Therapie.

Ein Arzt kann die Diagnose bestätigen, andere Ursachen wie bakterielle Infektionen, sexuell übertragbare Infektionen oder Allergien ausschließen und die Behandlung an die individuelle Situation anpassen. Bei systemischer Candidose oder wiederholtem Therapieversagen können zusätzliche Untersuchungen wie Abstriche oder Blutkulturen notwendig sein.

Candidose vorbeugen

Zur Vorbeugung reichen oft einige einfache Maßnahmen. Eine schonende Intimhygiene ist sinnvoll, während aggressive Produkte und Vaginalduschen vermieden werden sollten, weil sie das natürliche Gleichgewicht der Schleimhäute stören können. Atmungsaktive Kleidung und insbesondere Baumwollunterwäsche helfen, Feuchtigkeit zu reduzieren und Candida ungünstigere Wachstumsbedingungen zu bieten.

Bei wiederkehrender Candidose kann es sinnvoll sein, den Konsum schnell verfügbarer Zucker zu reduzieren. Manche Menschen verwenden zusätzlich Probiotika, wobei der Nutzen unterschiedlich sein kann.

Wer häufig unter Candidose leidet oder Antibiotika einnehmen muss, sollte dies ärztlich besprechen. So kann geprüft werden, ob eine vorbeugende Behandlung sinnvoll ist oder ob eine zugrunde liegende Ursache wie Diabetes, hormonelle Verhütung oder eine geschwächte Immunabwehr vorliegt.

Fazit und weiterführende Quellen

Candidose ist eine häufige Pilzinfektion und verläuft in den meisten Fällen unkompliziert. Bei häufigen Rückfällen oder stark geschwächter Immunabwehr kann sie jedoch deutlich ernster werden. Eine geeignete antimykotische Behandlung und gezielte Vorbeugung helfen, Komplikationen zu vermeiden.

Klinische Studien haben gezeigt, dass Fluconazol bei wiederkehrender Candidose wirksam sein kann. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie zeigte beispielsweise, dass 150 mg Fluconazol einmal pro Woche über sechs Monate die Rückfallrate bei Frauen mit rezidivierender vulvovaginaler Candidose deutlich senkte.

Weitere Informationen finden Sie in diesen wissenschaftlichen und medizinischen Quellen: