
Priligy ist verschreibungspflichtig. Dosis und Fortführung der Behandlung müssen medizinisch beurteilt werden.
| Arzneimittelname: | Priligy |
| Wirkstoff: | Dapoxetin als Hydrochlorid |
| Hersteller: | Menarini - Von Heyden GmbH |
| Form / Stärke: | Filmtabletten 30 mg und 60 mg |
| Preis: | 30 mg, 6 Tabletten: 43,59 € - etwa 7,27 € pro Tablette 60 mg, 6 Tabletten: 53,60 € - etwa 8,93 € pro Tablette Im e-Compendium aufgeführte öffentliche Preise. Bei der Apotheke zum Zeitpunkt der Abgabe bestätigen. |
| Apotheke: | Auswahl nach Adresse und Verfügbarkeit |
| Abholung: | Abholung und Zahlung in der ausgewählten Apotheke |
| Reservieren: | Verfügbarkeit in der Apotheke prüfen Reservierung nur mit gültigem Rezept. Abgabe und Zahlung erfolgen in der Apotheke. |
Priligy enthält Dapoxetin, einen kurzwirksamen SSRI zur Bedarfsbehandlung der vorzeitigen Ejakulation bei Männern zwischen 18 und 64 Jahren. Die Tabletten gibt es mit 30 und 60 mg. Die höhere Stärke ist allerdings keine alternative Startdosis, sondern erst für bestimmte Patienten nach einem Versuch mit 30 mg vorgesehen.
Begonnen wird mit 30 mg etwa ein bis drei Stunden vor der geplanten sexuellen Aktivität. 60 mg kommen nur infrage, wenn 30 mg nicht ausreichend wirken und gut vertragen wurden. Priligy ist nicht für eine tägliche Dauereinnahme gedacht und darf höchstens einmal innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden.
Für wen ist Priligy gedacht?
Das Arzneimittel soll nicht einfach jede als „zu kurz“ empfundene sexuelle Begegnung verlängern. Die Zulassung bezieht sich auf Männer mit diagnostizierter vorzeitiger Ejakulation.
Zur Diagnose gehören mehrere Merkmale: eine wiederkehrende Ejakulation vor, während oder kurz nach der Penetration und früher als gewünscht, eine intravaginale Ejakulationslatenz von meist unter zwei Minuten, mangelnde Kontrolle, deutlicher persönlicher oder partnerschaftlicher Leidensdruck sowie Beschwerden bei der Mehrzahl der Sexualkontakte während der vorherigen sechs Monate.
Bei gleichzeitig bestehenden Erektionsproblemen, starker Angst, möglicher Prostatitis oder Schilddrüsenerkrankung sollte die Ursache breiter abgeklärt werden.
Warum startet die Behandlung mit 30 mg?
Mit 30 mg lässt sich zunächst beurteilen, ob Dapoxetin ausreichend wirkt und wie gut es vertragen wird. Die Tablette wird mit mindestens einem großen Glas Wasser eingenommen; Essen ist dafür nicht erforderlich.
Erst wenn der Effekt nicht ausreicht, kann 60 mg erwogen werden. Voraussetzung ist, dass unter 30 mg keine mäßigen oder schweren Nebenwirkungen, keine orthostatische Reaktion und keine Vorzeichen einer Ohnmacht aufgetreten sind. Bei 60 mg treten dosisabhängige Nebenwirkungen häufiger auf.
Ein bis drei Stunden sind der Einnahmezeitpunkt, nicht die Wirkdauer
Ältere Texte setzen die Angabe „1–3 Stunden“ manchmal mit der Wirkdauer gleich. Gemeint ist jedoch der empfohlene Abstand zwischen Einnahme und sexueller Aktivität.
Dapoxetin wird relativ rasch aufgenommen und schneller ausgeschieden als SSRI, die täglich gegen Depressionen verwendet werden. Das macht die Einnahme bei Bedarf möglich, bedeutet aber nicht, dass die Wirkung bei jedem Patienten nach exakt drei Stunden endet.
Schwindel, Blutdruckabfall und Synkope
Zu den Besonderheiten von Dapoxetin gehört das Risiko orthostatischer Beschwerden. Beim Aufstehen kann der Blutdruck abfallen; manche Patienten berichten über Schwindel oder eine beginnende Ohnmacht.
Vor der Verordnung werden deshalb frühere Synkopen und orthostatische Reaktionen berücksichtigt. Ein großes Glas Wasser hilft, Dehydrierung zu vermeiden. Bei beginnendem Schwindel sollte man sich hinlegen oder hinsetzen, bis die Beschwerden verschwunden sind.
Alkohol und Grapefruitsaft
Alkohol kann Schläfrigkeit, verlangsamte Reaktionen, Schwindel und das Risiko einer Ohnmacht verstärken. Während der Anwendung sollte darauf verzichtet werden.
Grapefruitsaft hemmt CYP3A4 und kann die Dapoxetin-Exposition erhöhen. Die Produktinformation empfiehlt, in den 24 Stunden vor der Einnahme keinen Grapefruitsaft zu trinken.
Wann Priligy nicht geeignet ist
Wichtige Gegenanzeigen sind unter anderem bestimmte relevante Herzerkrankungen, Synkopen in der Vorgeschichte, bekannte orthostatische Hypotonie, mäßige bis schwere Leberfunktionsstörungen und bestimmte psychiatrische Vorerkrankungen.
Hinzu kommen Arzneimittelwechselwirkungen. Dazu gehören MAO-Hemmer, Thioridazin, mehrere serotonerge Medikamente wie bestimmte SSRI, SNRI und trizyklische Antidepressiva sowie starke CYP3A4-Hemmer. Zwischen manchen Behandlungen müssen Abstände eingehalten werden; lediglich die Einnahmezeit am selben Tag zu verschieben reicht nicht aus.
Dapoxetin zusammen mit Sildenafil oder Tadalafil?
Wenn vorzeitige Ejakulation und erektile Dysfunktion gleichzeitig auftreten, klingt eine Kombination zweier Medikamente zunächst naheliegend. Genau hier ist jedoch Vorsicht nötig.
Priligy soll bei Männern mit erektiler Dysfunktion, die PDE5-Hemmer wie Sildenafil oder Tadalafil verwenden, nicht eingesetzt werden, weil die orthostatische Verträglichkeit abnehmen kann. Beide Beschwerden sollten daher gemeinsam ärztlich beurteilt werden.
Häufige Nebenwirkungen
Besonders häufig werden Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen genannt. Auch Durchfall, Müdigkeit, Schlafstörungen, Schläfrigkeit, Konzentrationsprobleme oder Benommenheit können auftreten. Bei 60 mg sind Nebenwirkungen im Allgemeinen häufiger als bei 30 mg.
Eine Ohnmacht, Krampfanfälle, ausgeprägtes Herzklopfen, ungewöhnliche Unruhe, Suizidgedanken oder Symptome eines Serotoninsyndroms erfordern rasche medizinische Abklärung.
Wann sollte die Behandlung überprüft werden?
Nach den ersten vier Wochen oder spätestens nach sechs Einnahmen sollte gemeinsam mit dem Arzt geprüft werden, ob der Nutzen die Risiken überwiegt. Das verhindert, dass eine Behandlung weitergeführt wird, obwohl sie kaum hilft oder schlecht vertragen wird.
Bei längerer Anwendung ist mindestens alle sechs Monate eine erneute Bewertung sinnvoll. Psychosexuelle oder verhaltenstherapeutische Ansätze können zusätzlich hilfreich sein, etwa wenn Leistungsangst oder Beziehungskonflikte eine Rolle spielen.
Preise für 30 und 60 mg
Das e-Compendium führt für Priligy mehrere Packungsgrößen auf. Drei Tabletten kosten 26,89 € bei 30 mg und 31,91 € bei 60 mg. Für Packungen mit sechs Tabletten werden 43,59 € beziehungsweise 53,60 € angegeben.
Der höhere Preis der 60-mg-Packung ist kein medizinischer Grund für diese Dosis. Entscheidend sind Wirkung und Verträglichkeit der 30-mg-Startdosis.
Reservierung und Abgabe in der Apotheke
Priligy ist verschreibungspflichtig. Eine Online-Reservierung kann die Abholung vorbereiten, die eigentliche Abgabe und Zahlung erfolgen jedoch in der Apotheke gegen ein gültiges Rezept.
Wenn gleichzeitig eine erektile Dysfunktion vorliegt, finden Sie weitere Informationen in unserem Vergleich der Behandlungen bei Erektionsstörungen.
Häufige Fragen
Kann Priligy täglich eingenommen werden?
Nein. Es ist eine Bedarfsmedikation und darf nicht öfter als einmal innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden.
Kann man direkt mit 60 mg beginnen?
Nein. Die Behandlung beginnt mit 30 mg. 60 mg kommen erst bei unzureichender Wirkung und guter Verträglichkeit der Startdosis infrage.
Verbessert Priligy die Erektion?
Nein. Dapoxetin beeinflusst die Ejakulationskontrolle und ist kein Arzneimittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion.
Was tun bei Schwindel nach der Einnahme?
Sofort hinsetzen oder hinlegen, damit es nicht zu einem Sturz kommt. Bei starken, wiederkehrenden Beschwerden oder einer Ohnmacht sollte medizinischer Rat eingeholt werden.
Heilt Priligy vorzeitige Ejakulation dauerhaft?
Nein. Die Wirkung hängt von der Einnahme ab. Je nach Ursache können zusätzlich psychosexuelle, verhaltenstherapeutische oder andere medizinische Maßnahmen sinnvoll sein.
Medizinischer Hinweis
Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung und erlaubt keine selbstständige Wahl zwischen 30 und 60 mg. Diagnose, Wechselwirkungen, Synkopenrisiko und Verträglichkeit müssen medizinisch beurteilt werden.
Text geprüft von Uttam Chatterjee,
Verantwortlicher Apotheker - LocalPharma, 12. September 2026