Rhapsido 25 mg: Wann Remibrutinib eingesetzt wird

Rhapsido 25 mg mit Remibrutinib

Rhapsido ist verschreibungspflichtig. Die Behandlung sollte von einer Ärztin oder einem Arzt begonnen und begleitet werden, die bzw. der Erfahrung mit chronischer spontaner Urtikaria hat.

Arzneimittelname:Rhapsido
Wirkstoff:Remibrutinib
Zulassungsinhaber:Novartis Europharm Limited
Form / Stärke:Filmtabletten 25 mg, Packung mit 180 Tabletten
Preis: 5.524,06 € pro Packung - 30,69 € pro Tablette

Eine Option nach unzureichender Wirkung von Antihistaminika

Rhapsido 25 mg enthält Remibrutinib, einen Hemmer der Bruton-Tyrosinkinase (BTK). Das Arzneimittel ist für Erwachsene mit chronischer spontaner Urtikaria zugelassen, wenn H1-Antihistaminika die Beschwerden nicht ausreichend kontrollieren. Einzelne Quaddeln, eine akute Nahrungsmittelallergie oder Juckreiz ohne gesicherte Diagnose sind damit nicht gemeint.

Chronische spontane Urtikaria führt über mindestens sechs Wochen zu wiederkehrenden Quaddeln und Juckreiz; zusätzlich kann ein Angioödem auftreten. Vor einem Therapiewechsel werden Krankheitsdauer, bisherige Behandlungen und mögliche andere Ursachen berücksichtigt.

Rhapsido ist kein „stärkeres Antihistaminikum“. Remibrutinib blockiert BTK und greift damit früher in Signalwege ein, die zur Aktivierung bestimmter Immunzellen und zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren führen.

Was die REMIX-Studien gezeigt haben

Die EU-Zulassung stützt sich unter anderem auf zwei Hauptstudien mit insgesamt 925 Erwachsenen, deren Beschwerden trotz H1-Antihistaminikum weiter bestanden. Nach zwölf Wochen sank der UAS7 in der ersten Studie im Mittel um etwa 20 Punkte unter Rhapsido gegenüber 14 Punkten unter Placebo; in der zweiten Studie waren es etwa 19 gegenüber 12 Punkten.

Diese Werte beschreiben einen durchschnittlichen Nutzen und keine garantierte vollständige Beschwerdefreiheit. Die EMA weist außerdem darauf hin, dass die Daten zur langfristigen Wirksamkeit noch begrenzt sind. Rhapsido unterliegt deshalb einer zusätzlichen Überwachung.

Wie Rhapsido eingenommen wird

Empfohlen sind Remibrutinib 25 mg zweimal täglich: eine Tablette morgens und eine abends. Die Einnahme ist unabhängig von Mahlzeiten möglich.

Die Tablette wird unzerkaut mit Wasser geschluckt. Sie sollte nicht geteilt, zerdrückt oder gekaut werden. Wird eine Dosis vergessen, wird die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt eingenommen; eine doppelte Dosis ist nicht vorgesehen.

Der Bedarf an einer Fortsetzung der Behandlung wird regelmäßig neu bewertet. Wenn nach 24 Wochen keine Wirkung erkennbar ist, kann ein Absetzen erwogen werden.

Infektionen, blaue Flecken und Blutungen

Infektionen der oberen Atemwege gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen. Auch Herpesinfektionen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauch- oder Rückenschmerzen und Fieber können auftreten.

Zu den Nebenwirkungen von Rhapsido gehören außerdem Blutungsereignisse, häufig an Haut oder Schleimhäuten. Dazu zählen Petechien, Ekchymosen, Hämatome, Nasenbluten oder Blut im Urin. Stärkere Blutungen, sichtbares Blut im Urin oder anhaltende Infektionszeichen sollten rasch medizinisch abgeklärt werden.

Eine Überwachung unter Rhapsido ist besonders wichtig, wenn ungewöhnlich viele blaue Flecken auftreten, sich eine Infektion verschlechtert oder weitere Medikamente verwendet werden, die das Blutungsrisiko beeinflussen.

Operationen, Impfungen und Schwangerschaft

Eine geplante Operation sollte rechtzeitig mitgeteilt werden. Je nach Eingriff und Blutungsrisiko kann Remibrutinib drei bis sieben Tage vor und drei bis sieben Tage nach dem Eingriff pausiert werden.

Lebendimpfstoffe und attenuierte Lebendimpfstoffe werden während der Behandlung nicht empfohlen. Auch bei anderen Impfungen kann die Ärztin oder der Arzt eine vorübergehende Unterbrechung rund um den Impftermin erwägen.

Rhapsido wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen. Während der Behandlung und mindestens eine Woche nach der letzten Dosis ist eine zuverlässige Empfängnisverhütung erforderlich. Stillen sollte während der Behandlung und eine Woche danach unterbrochen werden.

Operation, Impfung oder Kinderwunsch sollten mit dem Behandlungsteam besprochen werden; Rhapsido sollte nicht eigenständig abgesetzt werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Wechselwirkungen mit Remibrutinib sollten vor Behandlungsbeginn überprüft werden. Arzneimittel, die Gerinnung oder Thrombozytenfunktion beeinflussen, können das Blutungsrisiko verändern. Auch andere Medikamente können je nach Einfluss auf Enzyme oder Transportproteine relevant sein.

Deshalb sollte die vollständige Medikamentenliste einschließlich gelegentlich eingenommener Mittel und Nahrungsergänzungen mit Arzt oder Apotheke besprochen werden.

Preis und Verfügbarkeit

Rhapsido besitzt seit dem 23. April 2026 eine EU-weite Zulassung. Zugelassen sind Packungen mit 30, 60 und 180 Tabletten.

Die Packung mit 180 Tabletten kostet 5.524,06 €, entsprechend 30,69 € pro Tablette.

Die Apotheke kann die verfügbare Packungsgröße und gegebenenfalls die Erstattung prüfen.

Häufige Fragen

Ist Rhapsido eine Erstlinientherapie?

Nein. Es ist für Erwachsene vorgesehen, deren chronische spontane Urtikaria mit H1-Antihistaminika nicht ausreichend kontrolliert wird.

Darf die 25-mg-Tablette geteilt werden?

Nein. Die Tablette soll ganz mit Wasser geschluckt und nicht geteilt, zerdrückt oder gekaut werden.

Muss die Behandlung nach 24 Wochen beendet werden?

Nicht automatisch. Wenn bis dahin keine Wirkung erkennbar ist, kann die Ärztin oder der Arzt ein Absetzen erwägen.

Was kostet Rhapsido?

Die Packung mit 180 Tabletten kostet 5.524,06 €, entsprechend 30,69 € pro Tablette.

Medizinischer Hinweis

Diese Seite bietet allgemeine Informationen über Rhapsido und ersetzt weder Beratung, Diagnose noch Verschreibung. Beginn, Fortführung, Kombination oder Unterbrechung der Behandlung gehören in ärztliche Hand.

Text geprüft von Uttam Chatterjee,
Verantwortlicher Apotheker - LocalPharma, 26. August 2026

Medizinische Quellen