Zoloft ist verschreibungspflichtig. Setzen Sie die Behandlung nicht ohne ärztliche Rücksprache ab.
| Arzneimittelname: | Zoloft |
| Wirkstoff: | Sertralin |
| Hersteller: | Pfizer |
| Referenzstärken: | 25 mg, 50 mg und 100 mg |
| Preis: | Je nach Präparat und Packungsgröße in der Apotheke zu bestätigen |
| Apotheke: | Abgabe auf Rezept; Verfügbarkeit in der Apotheke bestätigen lassen |
Was Zoloft ist und wann es eingesetzt wird
Zoloft (Sertralin) ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Bei Erwachsenen wird Sertralin bei schweren depressiven Episoden, Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie, Zwangsstörung, sozialer Angststörung und posttraumatischer Belastungsstörung eingesetzt. Außerdem kann es zur Vorbeugung erneuter schwerer depressiver Episoden verordnet werden.
Bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren bezieht sich die harmonisierte Indikation auf die Behandlung der Zwangsstörung. Andere psychiatrische Indikationen für Erwachsene dürfen nicht automatisch auf Kinder übertragen werden.
Eine verständliche Einordnung der Wirkstoffklasse bietet der Beitrag Wie wirken Antidepressiva?.
Wie Sertralin wirkt
Sertralin hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin im zentralen Nervensystem. Dadurch steigt die Verfügbarkeit dieses Botenstoffs an den Synapsen. Die klinische Wirkung lässt sich dennoch nicht auf eine sofortige Korrektur eines einfachen „Serotoninmangels“ reduzieren.
Therapeutische Veränderungen entwickeln sich schrittweise. Manche Patienten bemerken erste Veränderungen in den ersten Wochen, bei anderen dauert es länger, bis ein eindeutiger Nutzen erkennbar wird.
Dosierung und schrittweise Anpassung
Bei Erwachsenen ist Zoloft 50 mg die übliche Anfangsdosis bei Depression und Zwangsstörung. Bei Panikstörung, sozialer Angststörung und PTBS kann zunächst eine Woche lang mit 25 mg täglich begonnen werden, bevor auf 50 mg täglich erhöht wird.
Bei unzureichender Wirkung kann der Arzt die Dosis in Schritten von 50 mg erhöhen. Zwischen Dosisänderungen sollte mindestens eine Woche liegen. Zoloft 100 mg kann dabei Teil einer schrittweisen Dosiserhöhung sein; die empfohlene Tageshöchstdosis für Erwachsene beträgt 200 mg.
Bei Leberfunktionsstörungen können niedrigere oder seltener verabreichte Dosen erforderlich sein. Bei schwerer Leberfunktionsstörung wird Sertralin nicht empfohlen. Bei älteren Menschen ist unter anderem wegen des Hyponatriämierisikos besondere Vorsicht angebracht.
Wann mit einer Wirkung zu rechnen ist
Ein erster therapeutischer Effekt kann bei manchen Patienten bereits innerhalb der ersten Woche auftreten, eine deutliche klinische Besserung braucht jedoch häufig länger. Bei Zwangsstörungen kann sich die Wirkung besonders langsam entwickeln.
Die Dosis sollte deshalb nicht vorschnell erhöht und die Behandlung nicht ohne ärztliche Rücksprache als unwirksam eingestuft werden.
Nebenwirkungen und Warnzeichen
Zu den Nebenwirkungen von Zoloft können Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit oder Schläfrigkeit, Tremor und sexuelle Funktionsstörungen gehören. Art und Stärke unterscheiden sich von Patient zu Patient; manche Beschwerden nehmen im Verlauf ab.
| Situation | Beispiele | Was zu beachten ist |
|---|---|---|
| Magen-Darm- oder Schlafbeschwerden | Übelkeit, Durchfall, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit | Oft früh im Verlauf; bei anhaltenden Beschwerden ansprechen |
| Sexuelle Funktion | Libidoverlust, Ejakulations- oder Orgasmusstörungen | Mit dem Arzt besprechen statt abrupt abzusetzen |
| Hyponatriämie | Verwirrtheit, Schwäche, Stürze | Vor allem bei älteren Menschen relevant |
| Blutungen | Hämatome, Nasenbluten, ungewöhnliche Blutungen | Mehr Aufmerksamkeit bei NSAR, Thrombozytenhemmern oder Antikoagulanzien |
| Serotonin-Syndrom | Unruhe, Tremor, Hyperreflexie, Fieber | Potenzieller medizinischer Notfall |
Eine Verschlechterung der Stimmung, neu auftretende Suizidgedanken oder ungewöhnliche Verhaltensänderungen sollten rasch medizinisch abgeklärt werden, besonders zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosisänderung.
Gegenanzeigen und wichtige Wechselwirkungen
Sertralin darf nicht zusammen mit irreversiblen MAO-Hemmern oder Pimozid angewendet werden. Die vorgeschriebenen Abstände zwischen MAO-Hemmern und Sertralin müssen eingehalten werden, um das Risiko eines Serotonin-Syndroms zu begrenzen.
Bei den Wechselwirkungen mit Zoloft sind außerdem Arzneimittel relevant, die das Blutungsrisiko erhöhen oder die serotonerge Wirkung verstärken. Dazu gehören unter anderem NSAR, Antikoagulanzien, Thrombozytenhemmer, bestimmte andere Antidepressiva, Lithium, einige Opioide und Johanniskraut.
Auch eine Vorgeschichte mit bipolarer Störung, manischen Episoden oder Krampfanfällen erfordert besondere Aufmerksamkeit.
Alkohol und Alltag
Alkoholkonsum wird während der Behandlung nicht empfohlen. Alkohol kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen beeinträchtigen, wahrgenommene Nebenwirkungen verstärken und die Beurteilung depressiver oder ängstlicher Beschwerden erschweren.
Zu Beginn der Behandlung und nach Dosisänderungen ist besondere Vorsicht beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen sinnvoll, wenn Schwindel, Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme auftreten.
Schwangerschaft und Stillzeit
Eine Schwangerschaft, ein Kinderwunsch oder Stillen sollten dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden. Ob Sertralin fortgeführt, angepasst oder ersetzt wird, hängt von einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung ab.
Bei einer während der Behandlung festgestellten Schwangerschaft sollte Zoloft nicht eigenmächtig abrupt abgesetzt werden.
Warum Zoloft nicht abrupt abgesetzt werden sollte
Ein plötzliches Absetzen von Sertralin kann Absetzsymptome wie Schwindel, Missempfindungen, Unruhe, Angst, Übelkeit, Tremor oder Schlafstörungen auslösen. Das Risiko hängt unter anderem von Dosis, Behandlungsdauer und Geschwindigkeit der Reduktion ab.
Wenn die Behandlung beendet werden soll, ist meist ein schrittweises Ausschleichen sinnvoll. Das Tempo sollte mit dem Arzt abgestimmt werden.
Gewicht, Sexualfunktion und längere Behandlung
Gewichtsveränderungen können bei längerer Behandlung auftreten, sind aber weder zwangsläufig noch bei allen Patienten gleich. Auch sexuelle Funktionsstörungen sind möglich und können während der Einnahme fortbestehen.
Solche Beschwerden sind ein Grund für ein ärztliches Gespräch, nicht für eine eigenständige Dosisänderung.
Sertralin-Generika und andere Alternativen
Sertralin ist in mehreren Generika erhältlich. Der belgische CBIP führt verschiedene 50-mg- und 100-mg-Präparate mit unterschiedlichen Packungsgrößen und Preisen. Ein Preis für ein Generikum darf deshalb nicht als Preis der Marke Zoloft dargestellt werden.
Je nach Diagnose, Verträglichkeit und Begleiterkrankungen kommen auch andere SSRI wie Escitalopram, Fluoxetin oder Paroxetin sowie bestimmte SNRI wie Venlafaxin oder Duloxetin infrage.
Weitere Hinweise bietet der Beitrag Antidepressiva und Sicherheit: Mythen und Realitäten.
Häufige Fragen
Wirkt Sertralin bereits in den ersten Tagen?
Ein erster Effekt kann bei manchen Patienten relativ früh auftreten, eine deutliche Besserung braucht jedoch häufig mehrere Wochen. Bei Zwangsstörungen kann es länger dauern.
Darf die Dosis selbst erhöht werden?
Nein. Dosisänderungen sollten in Abständen von mindestens einer Woche und nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.
Kann Zoloft zu Gewichtszunahme führen?
Gewichtsveränderungen sind möglich, aber nicht zwingend. Deutliche oder belastende Veränderungen sollten im Verlauf besprochen werden.
Ist Alkohol während der Behandlung erlaubt?
Alkohol sollte möglichst vermieden oder deutlich begrenzt werden, besonders zu Beginn und bei Dosisänderungen.
Was tun, wenn die Behandlung nicht zu wirken scheint?
Die Dosis nicht selbst verändern und das Arzneimittel nicht abrupt absetzen. Wirkungseintritt, Einnahmetreue, Dosis und Diagnose sollten ärztlich überprüft werden.
Diese Fassung wurde redaktionell und medizinisch überarbeitet und sollte vor der Veröffentlichung erneut durch die verantwortliche Apothekerin oder den verantwortlichen Apotheker geprüft werden.